Warum ?
Wer Programme kuratiert, entscheidet, wer in der Öffentlichkeit stattfindet, und diese Entscheidung ist ein Ausdruck von Haltungen und Prioritäten. Die Frage, wem eine Bühne gegeben wird, ist deshalb auch eine Frage der Verantwortung: gegenüber dem Publikum, der Musikszene und der Gesellschaft.
Das bedeutet nicht, dass Kunstschaffende ein politisches Programm vertreten müssen. Künstlerische Freiheit ist ein wichtiger Wert. Aber eine kuratorische Praxis selbst ist immer ein Statement: Passt, wen wir einladen, zu dem, wofür wir stehen?
Konkrete Fragen dazu:
- Wie verhält sich eine Person öffentlich zu (klima-)politischen Themen?
- Welche Werte transportiert ihr Werk oder ihre Kommunikation?
- Gibt es Widersprüche zwischen Künstler*in und Programmation, die eine Auseinandersetzung verdienen?
Auf diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Sie trotzdem zu stellen hilft, kuratorische Entscheidungen bewusster zu treffen und intern zu reflektieren. Kultur hat die Möglichkeit, Dinge zu benennen und damit Diskurse zu starten.
Nachhaltigkeit (in ökologischer, sozialer und ökonomischer Dimension) als eines von mehreren Kriterien im Booking-Prozess verankern
Raum für Austausch im Team schaffen: Welche Werte wollen wir mit unserem Programm sichtbar machen? (vgl. Strategische Verankerung von Nachhaltigkeit in der Organisationsstruktur)
Programmatische Entscheidungen transparent kommunizieren und begründen
Diversität und Chancengleichheit als Dimension von Nachhaltigkeit verstehen: Wer verdient es, eine Bühne zu bekommen und warum?